Tractatus Logico-Philosophicus

Ist manchmal verblüffend – um nicht zu sagen: erschreckend – wie schwer ist, gewisse Standardwerke von Literatur und Philosophie einfach und lesbar aus dem Internet zu beziehen.

So ging es mir gerade mit dem

Tractatus Logico-Philosophicus von Ludwig Wittgenstein. Das ist nun wirklich kein Leichtgewicht in der Philosophie. Es ist weltbekannt und hat mit Sicherheit weltweit gewirkt. Aber warum ist es so schwierig, dieses Buch als eBook zu beziehen?

Gut, das Buch enthält Formeln und Bilder. Dadurch ist es nicht ganz so einfach, es in elektronischer Form zu publizieren. Aber unmöglich ist es natürlich nicht. Warum finde ich dieses Buch zwar einigermaßen häufig als PDF in Englisch, aber keine vernünftige deutsche Fassung, nicht einmal als PDF?

Die lesbarste Fassung habe ich auf der Seite eines Japaners gefunden (Satoh Sin), der sich ebenfalls mit der elektonischen Lesbarmachung dieses Buches beschäftigt hat.

Das Projekt Gutenberg hat ein deutsch-englisches PDF, das mir nicht gefällt: Deutsche Muttersprachler wollen die deutsche Version lesen. Die wenigstens sind an einer Synopsis interessiert, oder wollen gleich noch die allfälligen Glaubenssätze eines Herausgebers oder des Projektes Gutenberg lesen. Ich habe mir deshalb erlaubt, aus diesem PDF den originalen Text herauszuschneiden.

Was ist lyrx Publishing?

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lyrx Publishing veröffentlicht alles.

Es gibt vier Zonen:

In der IT-Zone befindet sich alles, was mit dem Internet zu tun hat, insbesondere Themen aus der Software-Entwicklung und Blockchain-Technologie.

In die Books-Zone ist alles verbannt worden, was mit dem Schreiben von Texten und mit dem Publishing zu tun hat. Hier geht es also ausschließlich um brotlose Künste.

In der Thoughts-Zone werden philosophische, weltanschauliche und essayistische Themen gehalten.

In der Society-Zone geht es um gesellschaftliche Themen, und das ist absichtlich soll allgemein und schwammig gehalten, damit alles hineinpasst, was sich anderswo thematisch nicht unterbringen ließ. Ein Ghetto also, und damit schon für sich genommen ein gesellschaftliches Phänomen.

Hier wird noch etwas ausführlicher dargelegt, warum dies eine Seite für Alles werden soll.

Was ist IOHK?

Hier unterhalten sich die beiden Gründer von IOHK über den momentanen Stand der Dinge, insbesondere darüber, warum viele gescheitert sind oder scheitern werden.

Charles Hoskinson erklärt zum wiederholten Male, warum es nun wichtig ist, zu liefern, und nicht nur zu versprechen, und warum dies seiner Meinung nach nur mit Hilfe von “science” möglich ist. IOHK, das sind die Leute, die von sich behaupten, die nötige technische Kompetenz zu besitzen, um das zu liefern, was so viele versprechen. Und sie versprechen sehr, sehr viel, nach wie vor. Am Ende wollen sie diejenigen sein, die überall mitspielen und alles vom Kopf auf die Füße stellen.

Aber natürlich müssen auch sie erst liefern …

Wer ist Venkatesh Rao?

Venkatesh ist der Gründer des blogs ribbon farm

Hier ist ein deutsches Interview (vermutlich übersetzt) des Deutschlandfunks mit ihm.

Früher hätte man ihn wohl einen Intellektuellen genannt. Hätte er einen entsprechenden akademischen Abschluss, würde man ihn vielleicht einen Philosophen nennen. Wenn man ihm unbedingt nicht gerecht werden möchte, dann kann man ihn einen Blogger nennen.

Sein Blog enthält eine Unmenge von Texten, die sich seit 2013 angesammelt haben.

Bekannt geworden ist er durch seine Überlegungen zum Gervais-Prinzip und dafür, dass er Schöpfer des Begriffs Premium Mediocre ist.

Wir wollen ihn hier nicht einen Intellektuellen nennen, denn das würde ihn in die Nähe eines biederen Bildungsbürgertums rücken, das so gar nicht zu ihm passt. In seinen eigenen Worten bemüht er sich um refactored perception, iaber das ist auch seiner Anicht nach kein besonders hilfricher Begriff. Sagen wir einmal, er versucht sich darin, eine neue Sichtweise auf das alltägliche Leben zu erzielen, und zwar indem er darüber nachdenkt und schreibt und liest. Im Leben eine Position finden, sich besser darin zurecht finden. Darum geht es.

Und er ist witzig:

Warum müssen wir uns immer festlegen?

Warum muss man sich immer festlegen?

Gewiss! Um Höchstleistungen erbringen zu können, muss man sich spezialisieren. Und dann trainieren, lernen, besser werden.

Wettbewerbsfähig bleiben. Das scheint in einer Zeit, die ja auch immer noch vom Weltbild des Darwinismus geprägt ist, die erste Priorität zu sein.

Aber was kommt danach? Was kommt nach der Erschöpfung? Wann kommt die Erholung, wenn überhaupt?

Man darf nichr mehr alt sein, schlecht ausgebildet sein, sensibel, desinteressiert, ohne Ehrgeiz. (War das eigentlich schon einmal anders?)

Womöglich ist es sogar zu spät, die aktuell hoch gehaltenen Werte vom Sockel zu stoßen und noch einmal neu anzufangen. Es ist ja alles schon da gewesen. Was denkbar war, das wurde zumindest erprobt. Was soll noch Neues nachkommen?

Es schließt sich der Gedanke an, der Mensch sei nun doch allmählich zu einer Art Auslaufmodell geworden. Zu deutlich spüren wir inzwischen die eigene Unvollkommenheit. Wir können den Anforderungen, die wir selbst an uns stellen, nicht mehr gerecht werden. So manches kann die Maschine inzwischen auch besser …

… nun, für jedes einzelne Dasein können wir nicht anders, als anzuerkennen, dass der Zenit eines Tages überschritten sein wird, man einem Ende entgegen gehen wird. Bei der Gattung Mensch als Ganzes aber, da sehen wir das anders.

Was bleibt in 2019 von der Blockchain?

Das Jahr 2018 ist vorüber, und in der Blockchain-Welt ist allgemein der Katzenjammer ausgebrochen. Die Kurse sind unten, die große Party, die Anfang 2018 noch im Gange war, ist vorüber.

Was ist übrig geblieben von all den Whitepapers, den ICOs und den ganzen Twitter-Gestürm?

Eine gewisse Nüchternheit ist womöglich zurück gekehrt. HODL war eben doch nicht allein selig machend.

Es ist nicht das erste Mal, dass man mit einer neuen Technologie ein Heilsversprechen verbunden war. Ich will hier keine Unkenrufe tätigen, aber schon als seinerzeit die radioaktive Strahlung entdeckt wurde, sprach man ihr zunächst heilsame Wirkung zu. Eine positive Energie musste wohl von ihr ausgehen. Marie Curie war nicht die Erste und nicht die Einzige, die den ungeschützten Umgang mit diesem Material mit dem Leben bezahlen musste.

Es gab eine Zeit, als man die Leuchtziffern von Weckern noch mit Radium bemalt. Man trug die Ziffern mit Pinseln auf. Das wurde von einfachen Arbeiterinnen erledigt. Nicht selten nahmen die die Pinselspitzen in den Mund, um sie zu befeuchten. Auf diese Weise gelangte das radioaktive Material in ihrer Körper. Es kam zu schrecklichen Krankheiten, zu einem unausweichichen Tod. Bei einigen lösten sich buchstäblich die Oberkiefer auf. Man wusste einfach nicht genug darüber. Die Arbeitgeber stritten alles ab. Es dauerte eine Weile, bis allgemein anerkannt war, dass Radioaktivität in Wahrheit eine gefährliche Sache war.

Aber das ist ein Exkurs. Mit Blockchain-Technologie hat das alles nicht zu tun, auch nicht mit deren Chancen und Risiken. Und doch … mit etwas Fantasie läst sich eine totalitäre Gesellschaft ausmalen, in der ein Netz aus Maschinen regiert: Die Maschine übernimmt die Kontrolle über die Wirtschaft. Eine künstliche Intelligenz kontrolliert das Bankenwesen. Wir sind sie endlich los, die widerlicheni Banker mit ihren windigen Versprechungen. Das Finanzsystem regiert ein P2P-Netzwerk. Menschliche Entscheidungen beschränken sich nur noch auf die weniger wichtigen Dinge. Ist es das, was wir wollen, wenn wir uns die Blockchain-Technologie herbeisehnen.

Verteilte Systeme, Dezentralisierung. Das sind die Schlagworte, die in 2018 noch nicht das halten konnten, was sie in 2017 versprachen.

Manches dauert eine Weile, bis es in den Mainstream hineingesickert ist. Z.B. die Cloud. Ich hatte dieses Jahr Gelegenheit, etwas näher zu betrachten, was Amazon aus dem Thema Cloud-Computing gemacht hat. Dort ist ein unverstellbar mächtiges Konstrukt aus Konfiguration und Kommunikation entstanden, welches nur noch von Experten verstanden, und von wenigen großen Konzernen beherrscht werden kann.

Die Cloud ist längst Realität geworden, und dennoch kümmert sich keiner mehr darum. Die Cloud hat keine Aufmerksamkeit mehr, weil der Hype darum längst abgestorben ist. Dabei hat die Cloud viel von ihrem Potential im Laufe der Zeit tatsächlich umgesetzt – um dabei erstaunlich unsichtbar zu werden. Heute steuert und beherrscht die Cloud wesentlichte Teile des Internet. Die Amazon Web Services haben in einem Ausmaß die Kontrolle übernommen, die selten themasiert wird. Nur wenigen ist es bewußt. Noch weniger kennen sich aus damit.

Die Blochchain-Technologie wird einen ähnlichen Weg gehen. Es wird still werden um sie. Und genau dann, wenn es richtig still sein wird, wenn keiner mehr hinhört, keiner mehr aufpasst, dann wird die Blockchain-Technologie eben doch ihr Potential entfalten. Vielleicht wird das nicht genau so aussehen, wie es vorausgesagt worden ist. Es wird den Heilsversprechen aus 2017 nicht gerecht werden.

Es wird dennoch eine stille Revolution geben. Die Blockchain-Technologie wird mit den anderen wichtigen Bereichen AI und IOT verschmelzen. Erst dadurch wird sie ihr Potential umsetzen können. – Und keiner wird davon Kenntnis nehmen. Kaum einer wird es bemerken, weil die Welt längst dem nächsten großen Hype hinterher jagen wird.

Ein sonderbarer Besucher

(Es berichtet Stephan Loiker)

Gestern war ja Silvester. Ich rechne an solchen Tagen nicht mit Überraschungen. Ich nutze sie zur Erholung, und die habe ich auch nötig.

Als es nachmittags an der Tür klingelte, hatte ich sofort ein schlechtes Gefühl.

Draußen stand ein untersetzter Herr, der durchgängig in Grau gekleidet war. Über seinen Bauch spannte sich ein abgewetztes Jacket, an welchem der obersten Knopf fehlte. Über den Lippen hatte er einen Schurrbart, der fettig zu sein schien. Ich glaubte, ein paar Kuchenkrümel darin erkennen zu können.

Er stellt sich mir als Herr Klaus Koblach vor. Er habe sofort Wichtiges mit mir zu bereden. Es sei persönlicher Natur. Er sei mir zwar nicht persönlich bekannt, trotzdem gäbe es zwischen uns eine noch zu erläuternde persönliche Beziehung. Er wolle mir das gerne bei einem Gespräch erläutern.

Der Mann wirkte nicht gefährlich, also ließ ich ihn herein. Etwas trieb mich wohl auch die Neugierde an, so dass ich ihn in einen Sessel lotste und ihm auf sein Verlangen eine Tasse Kaffee machte. Diese stürzte er in sich hinein, als ob er den Durst eines Verdurstenden zu stillen hätte – mit eben dieser Tasse Kaffee.

Das Gespräch mit ihm verlief sonderbar. Er berichtete zwar ein wenig über sich und seine Interessen, aber dabei wurde nicht einmal klar, welchen Beruf er ausübte, und auch der Grund seines Erscheinens blieb im Trüben.

Schließlich sage er, er habe vor kurzem erfahren, ich sei dabei, eine neue Internet-Seite aufzubauen – lyrx.de – und er habe Interesse, daran mitzuarbeiten.

Warum er mir dann nicht einfach eine E-Mail geschrieben hätte, fragte ich ihn.

Das sei nicht möglich, meinte er. Er habe kein Internet und noch nie in seinem Leben eine E-Mail geschrieben. Er könnte das auch gar nicht. Er habe überhaupt und generell kein Interesse am Internet. Trotzdem sei es unumgänglich, dass er sich nun unmittelbar und sofort im Internet selbst äußere, und zwar ausschließlich und exklusiv auf meiner Seite lyrx.de.

Ich wollte natürlich sofort wissen, warum das so sei, bekam aber nur ausweichende Antworten. Diese Frage würde sich sehr bald aus seinen textuellen Beiträgen für meine Webseite von selbst beantworten und erübrigen. Er wolle mir diese Texte künftig immer auf Papier überreichen. Er habe heute schon den ersten Text dabei. Den wolle er mir gleich geben. Das sei nur der Anfang.

Er ließ mir ein paar Seiten da und war nicht mehr lange zu halten. Mir wurde klar, dass er nur gekommen war, um mir sein Geschriebenes zu überlassen. Eine andere Absicht hatte er offenbar nicht, abgesehen davon, dass er mir den wahren Grund seines Besuches auf keinen Fall verraten wollte. Sehr misteriös war das, und so ist es bis heute geblieben.

Nun gut, ich bin ein neugieriger Mensch und habe schon aus diesem Grund ein Interesse daran, zu erfahren, welches Geheimnis sich hinter Klaus Koblach verbirgt. Ich werde seinen Texte hier veröffentlichen, und wir werden sehen, was weiter passiert.

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